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Arbeitszimmer steuerlich absetzen

Für die meisten Selbstständigen und Freiberufler gehört das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden dazu. Das Homeoffice ermöglicht ein flexibles Arbeiten zur jeder Zeit und bietet oft die maßgeschneiderte Lösung. Wie das Arbeitszimmer richtig steuerlich abgesetzt werden kann, haben wir von Rech24 einmal kurz aufgeführt. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforderung legte offen, das mehr als 5 Millionen Menschen im häuslichen Arbeitszimmer arbeiten. Darunter befinden sich etwa 2 Millionen Selbstständige, Freiberufler. Natürlich gehört zu einem Homeoffice viel Disziplin, gerade weil es so unheimlich bequem ist.

Arbeitszimmer steuerlich absetzbar

Doch nicht nur das Bequeme steht im Fokus, das Homeoffice kann auch steuerlich abgesetzt werden. Am einfachsten geht es natürlich das Arbeitszimmer steuerlich abzusetzen, wenn die Tätigkeit komplett aus dem Homeoffice betrieben wird. Die Raumkosten können komplett abgesetzt werden, inkl. der anteiligen Strom- und Gaskosten.

Was ist ein Arbeitszimmer

Ganz wichtig sind dabei die Anforderungen, die an ein Arbeitszimmer gestellt werden. Es gilt hier zu beachten, dass ein Homeoffice kein Arbeitsplatz ist, sondern ein richtiges Zimmer, von dem aus zuhause gearbeitet wird, damit es auch steuerlich erfasst werden kann. Es muss sich also immer um einen Extra-Raum in der Wohnung handeln. Die Raumkosten für das Arbeitszimmer sind dann komplett absetzbar.

Problematisch wird es allerdings, wenn das Homeoffice kein geschlossener Raum für sich ist oder ein Durchgangszimmer. Auch ein Fernseher und eine Schlafcouch können zu Problemen führen, es sei denn der TV Apparat wird für die Tätigkeit benötigt. Generell kann auch ein Zubehörraum im Keller zum Arbeitszimmer zugehörig sein. Beachten Sie bitte, dass eine reine Arbeitsecke nicht steuerlich absetzbar ist und somit nicht anerkannt wird.

Eine private Nutzung kommt natürlich in einem Arbeitszimmer immer vor. Diese darf aber nicht mehr als 10 Prozent betragen. Bei einer höheren privaten Nutzung entfällt die steuerliche Abzugsfähigkeit komplett.

So geht das mit dem Absetzen

Natürlich kann nicht einfach ein Fantasiepreis für das Arbeitszimmer angesetzt werden. Hier gilt zunächst die gesamte Wohnungsgröße und die anteilige Fläche vom Arbeitszimmer zu berechnen und auf die Kosten umzuschlagen.

Die Größe sollte am besten genau ausgemessen werden. Es kann durchaus sein, das das Finanzamt für das Arbeitszimmer eine Skizze oder einen Grundriss als Nachweis anfordert. Das ist nicht unüblich. Dabei werden auch die Möbel eingezeichnet. Teilweise wird auch nach dem Mietvertrag und den Nebenkostenabrechnungen gefragt, denn diese können natürlich ebenfalls anteilig mit zum Beispiel einer Hausratsversicherung abgesetzt werden.

Ist in dem Haushalt eine Haushaltshilfe vorhanden, kann diese unter Umständen ebenfalls anteilig mit abgesetzt werden. Hier gilt aber zu beachten, dass die Haushaltshilfe gesetzlich gemeldet sein muss!

Zusätzlich können Renovierungskosten und die damit in Verbindung stehenden Materialien abgesetzt werden.

 Um die genauen Kosten zu ermitteln, muss also der prozentuale Anteil des Arbeitszimmers in Bezug auf die verfügbare Gesamtwohnfläche berechnet werden. Das gilt auch für die Versicherungskosten und für Strom und Gas.

Das kann z.B. beim Arbeitsbüro geltend gemacht werden:
  • Raumkosten
  • Strom, Gas
  • Haushaltshilfe
  • Versicherungen
  • Renovierungskosten
  • Immobilienbesitzer: Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen für Kredite
  • Reinigungskosten
  • Grundsteuer
  • Müllabfuhrgebühren
  • Schornsteinfegergebühren

Steuerlich geltend gemacht werden können diese Posten immer nur anteilig!

Raumausstattung einfach absetzen

Nicht nur die Raumkosten für das Arbeitszimmer sind steuerlich geltend zu machen, auch die Einrichtung. Bei den Möbeln im Arbeitszimmer ist aber einiges zu beachten. Es muss sich wirklich um ein Homeoffice handeln. So darf in dem Arbeitszimmer eine Couch stehen, eine Schlafcouch könnte aber zu nachfragen führen, ob das Homeoffice nicht auch großteilig privat genutzt wird.

Raumausstattungen bis zu 410 Euro netto können als Werbungskosten abgesetzt werden. Ab 2018 gilt ein Satz von 800 Euro netto.

Bei Anschaffungskosten über 410 Euro netto, erfolgen die Kosten über die Afa Tabelle (Absetzung für Abnutzung) .

Wertvolle Kunstgegenstände in einem Arbeitszimmer sind jedoch meistens nicht absetzbar. Das gilt für alle Luxusgegenstände.

Normale Teppiche, Tapeten, Gardinen und Lampen hingegen sind wieder ganz normal in einem Arbeitszimmer abzusetzen.

Maximalbetrag beim Arbeitszimmer beachten

Generell wird das Arbeitszimmer anteilig zu der Gesamtfläche und den Gesamtkosten der Wohnung abgesetzt. Jährlich darf das bis zu 1.250 Euro als Werbungskosten geschehen.

Rech24 Tipp: Der Höchstbetrag gilt Personenbezogen. Nutzt ein Paar das Arbeitszimmer gemeinsam, kann jeder von beiden die maximal 1.250 Euro absetzen! Siehe hierzu: BFH, Urteile vom 15. Dezember 2016, Az. VI R 53/12 und Az. VI R 86/13.

Aber, uneingeschränkt können die Kosten dann abgesetzt werden, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt der selbstständigen Tätigkeit ist. Das kann dann zutreffen, wenn das Gewerbe auf die private Adresse angemeldet ist und kein anderes Büro außer dem Arbeitszimmer zur Verfügung steht.

Wer sein Gewerbe von zuhause ausübt, sollte dabei beachten, dass unter Umständen, der Vermieter (bei Mietobjekten) vorab um Erlaubnis gefragt werden muss.