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Differenzbesteuerung – Wie geht das?

Die Differenzbesteuerung ist vor allem im Gebrauchtwarenhandel zu finden. Also überall da, wo der Händler auch einen Ankauf von privat tätigt. Antiquitätenläden, Trödel und andere Geschäfte sind dafür ein gutes Beispiel. Hier kommt die Differenzbesteuerung zu tragen. Dadurch können die Händler einen großen Teil an Umsatzsteuer bei dem Einkaufspreis sparen.

Die Differenzbesteuerung setzt hier bei dem Grundproblem an. Der Einkauf erfolgt vom Händler brutto für netto. Nehmen wir das Beispiel in einem Trödelgeschäft. Hier wird viel von Privatpersonen gekauft. Private Verkäufer dürfen keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Ohne die Differenzbesteuerung würde es nicht gehen. Der Händler kauft in diesem Fall die Waren von privat brutto für netto. Ein Vorsteuerabzug ist damit natürlich ausgeschlossen.

Werden die Waren später wieder im Laden verkauft, muss aus dem Verkaufserlös die 19 Prozent Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Damit die Berechnung einfach funktioniert, hat der Gesetzgeber die Differenzbesteuerung eingeführt. Eine Sonderregelung, die eigentlich in der Berechnung recht einfach ist.

Differenzbesteuerung – So geht es

Der Händler bezahlt die Umsatzsteuer NUR auf die Differenz zwischen dem An- und Verkaufspreis. Wie das geht, soll folgendes Beispiel einmal verdeutlichen.

Beispiel Differenzbesteuerung

Ein Händler kauft von privat ein Ölgemälde für 1.000 Euro an. Brutto für netto. Das Bild verkauft der Händler wenige Wochen später für 1.800 Euro weiter.

Ankaufspreis von Privat: 1.000 Euro
Späterer Verkaufspreis: 1.800 Euro
Differenz: 800 Euro (= Brutto und maßgeblich für Besteuerung)

Maßgebend für die Besteuerung von 19 Prozent ist nun die Differenz zwischen dem Einkaufs- und dem Verkaufspreis. In dem o. Beispiel fällt eine Differenz von 800 Euro brutto an. Auf diese muss nun die Umsatzsteuer entrichtet werden.

Daraus ergibt sich:
Differenz: 800 Euro brutto
19 % Umsatzsteuer: 127,73 Euro
Nettobetrag: 672,27 Euro

Differenzbesteuerung – ohne ermäßigten Steuersatz

Im Gegensatz zur normalen Umsatzsteuer, gibt es bei der Differenzbesteuerung in Deutschland keinen ermäßigten Steuersatz. Die Differenzbesteuerung bezieht sich also immer nur auf eine Umsatzsteuer von 19 Prozent.

Wo kann ich überall die Differenzbesteuerung anwenden

Die Differenzbesteuerung ist grundsätzlich überall dort zu finden und anzuwenden, wo Gegenstände für den Weiterverkauf von Privat angekauft werden. Also zum Beispiel im Trödel-, Antiquitätengeschäft, besonders häufig aber auch im Autohandel, wo der Ankauf von Privat zum Tagesgeschäft gehört.

Allerdings gibt es auch Produkte, die von der Differenzbesteuerung ausgenommen sind. Dazu gehören zum Beispiel Edelmetalle und Edelsteine. Bei den Waren für eine Differenzbesteuerung muss es sich um bewegliche, körperliche Gegenstände handeln. Also zum Beispiel Fahrzeuge, Antiquitäten, Kunstgegenstände und vieles mehr.

Weitere Ausnahme bei der Differenzbesteuerung

Wird ein Gegenstand zunächst vom Unternehmer privat erworben und dieser später erst dem Geschäft zugeführt, darf die Differenzbesteuerung nicht angewandt werden.

Generell muss der Unternehmer Widerverkäufer sein, damit Waren über diese Sonderregelung abgerechnet werden können. Widerverkäufer bedeutet in diesem Fall, das der Händler sie direkt unter eigenem Namen im Geschäft oder Internet wieder weiterverkauft oder im eigenen Namen versteigert.

Ganz wichtig: Der Verkäufer des Gegenstandes (also die Privatperson) muss ihren Wohnsitz in der EU haben.