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Vorsteuer zurückholen

Die Vorsteuer ist der Teil der Umsatzsteuer, der beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen an den Lieferanten bezahlt wird. Hierbei wird zwischen zwei Begriffen unterschieden. Auf der einen Seite die Umsatzsteuer (also den Betrag, den man als Unternehmer erhalten hat, wenn etwas verkauft wurde) und der Vorsteuer (die bezahlte Steuer bei Warenlieferungen oder Berechnung von Dienstleistungen). Und genau diese Vorsteuer kann geltend gemacht werden. Das funktioniert über die Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt.

Vorsteuer – Zahllast oder Überhang

Geht es um die Vorsteuer, muss zwischen zwei weiteren Begriffen unterschieden werden. Zu einem die Zahllast. Das bedeutet, der Unternehmer schuldet dem Finanzamt Geld. Es wurde mehr Umsatz gemacht, als eingekauft wurde. Der Idealfall.

Von einem Vorsteuerüberhang hingegen spricht man dann, wenn der Unternehmer Vorsteuer vom Finanzamt zurückbekommt. Also zum Beispiel mehr eingekauft, als verkauft hat.

Verrechnung von Vorsteuer und Umsatzsteuer

In einem schnellen Beispiel wollen wir die Verrechnung von Vorsteuer und der Umsatzsteuer aufzeigen.

Beispiel für die Berechnung
Händler BC hat zum Beispiel Elektro-Waren im Wert von 100.000 Euro netto verkauft. Die Umsatzsteuer (19 Prozent bei Elektro) beträgt 19.000 Euro. Diese hat er an das Finanzamt zu entrichten.

Der Einkaufspreis der Elektro-Waren betrug 78.000 Euro netto. Die ausgewiesene Umsatzsteuer (19 Prozent) betrug demnach 14.820 Euro und wird nun für den Händler BC zur Vorsteuer, die er beim Finanzamt geltend machen kann.

Nun kann der Händler die Umsatzsteuer von 19.000 Euro (augenblickliche Zahllast) noch in Abzug mit der Vorsteuer von 14.820 Euro bringen. Damit ergibt sich für den Händler eine reale Zahllast von 4.180 Euro, die er an das Finanzamt zu erbringen hat.

Was muss ich beachten

Die Voranmeldung zur Umsatzsteuer muss immer bis zu einem gewissen Datum erfolgen. Das Finanzamt teilt dafür dem Unternehmer mit, ob monatlich, quartalsmäßig oder nur einmal jährlich eine Umsatzsteueranmeldung zu erfolgen hat. Wer als Händler dazu jeden Monat verpflichtet ist, muss dieser Pflicht immer bis zum 10. eines jeden Monats nachkommen. Wer hingegen nur die jährliche Abgabe zu beachten hat, kann dieses mit seiner regulären Einkommensteuererklärung durchführen. Generell hat dann später aber noch die Jahresmeldung zu erfolgen.

Die Termine richten zur Abgabe der Voranmeldung der Umsatzsteuer nach der im Vorjahr entstandenen Umsatzsteuerschuld. Betrug diese nicht mehr als 7.500 Euro, kann die Abgabe im Quartal erfolgen. Bei noch niedrigeren Beträgen meistens jährlich. Die Voranmeldung erfolgt seit 2005 grundsätzlich elektronisch über Elster.de

Wichtige Punkte

Beachten Sie immer, das die Umsatzsteuer Zahllast liquide verfügbar ist und der Betrag zum entsprechenden Zeitpunkt gezahlt werden kann. Damit die Vorsteuer geltend gemacht und in Abzug von der Umsatzsteuer gebracht werden kann, ist dafür das Archivieren der ordentlichen Rechnung notwendig. Achten Sie dabei, dass die Eingangs-Rechnungen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Gilt nicht für Kleinunternehmer

Kleinunternehmer können die Vorsteuer hingegen nicht geltend machen. Diese sind von der Umsatzsteuer befreit und weisen diese auch nicht auf ihren Rechnungen aus. Entsprechend kann auch nicht die Vorsteuer geltend gemacht werden.